künstler und kontroversen

KUNSTLICHTSPIELE
Lichtästhetik der Klassischen Avantgarde

Eine Ausstellung der Kunsthalle Erfurt in Kooperation mit der Bauhaus-Universität Weimar

Spätestens seit der Pariser Weltausstellung 1900 ist elektrisches Licht ein Sinnbild für Modernität. Dies blieb nicht ohne Auswirkungen auf Architektur, Theater, Malerei, Plastik, Fotografie, Film und Musik.
Die prismatische Formensprache der Expressionisten, aufgenommen und umgesetzt in utopischen Architekturentwürfen, der Erlebnisraum Großstadt mit den neuen Möglichkeiten von künstlicher Beleuchtung und Lichtreklame, aber ebenso die „Lichtspielkunst“ des Kinos inspirierten in den 1920er Jahren zahlreiche Künstler zu eigenen Überlegungen und Entwürfen für eine zeitgemäße Ästhetik im Zeichen des Lichts.
Das Bauhaus um den Formmeister László Moholy-Nagy bildete ab 1922 ein Zentrum der neuen Bewegung. Er experimentierte mit Fotogrammen, konstruierte den Licht-Raum-Modulator, ersann ein Polykino und ein Städtelichtspiel. Ludwig Hirschfeld-Mack entwickelte ein reflektorisches Lichtspiel. Neben Man Ray wurden Viking Eggeling, Hans Richter, Oskar Fischinger und Walter Ruttmanns zu Pionieren des abstrakten Films. Alexander Laszlo war unterdessen mit seiner Farblichtmusik auf Tournee. Mit dem „Raum der Gegenwart“ von László Moholy-Nagy hatte sich das Provinzialmuseum Hannover schon 1930 den Lichtkünsten und somit den modernsten Entwicklungen geöffnet. Obwohl alle Pläne dazu ausgearbeitet waren, kam es jedoch nicht zu einer Realisierung.

Die von Prof. Dr. Kai Uwe Hemken (Kassel) und Dr. Ulrike Gärtner (Dortmund) kuratierte Ausstellung stellt diese Bewegung vor, gipfelnd im „Raum der Gegenwart“ Moholy-Nagys, der für diesen Anlass erstmals eine Re-Konstruktion erfährt. Gezeigt werden Werke der Malerei und Grafik, Fotografien (Fotogramme), Bücher, Architekturentwürfe, Modelle und experimentelle Filme der 1920er Jahre. Zur Ausstellung erscheint ein Buch. Im Rahmen des Projektes ist eine wissenschaftliche Tagung mit internationaler Besetzung geplant: „Utopien der Moderne um 1930: Walter Gropius, László Moholy-Nagy und die Klassische Avantgarde“.

Ausstellung | 29.03. – 24.05.2009

Ausstellungseröffnung I 29.03.2009, 11.00 Uhr

Kunsthalle Erfurt im Haus zum Roten Ochsen, Fischmarkt 7
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geöffnet Di. – So. 11.00 – 18.00 Uhr, Do. 11.00 – 22.00 Uhr

i | Tel. (0361) 6 55 56 60, kunsthalle@erfurt.de, www.kunsthalle-erfurt.de